G8: Schon bei Kindern ist Anti-Stress Programm angesagt

Man muss manchen Eltern gegenüber nur das Kürzel G8 erwähnen, und schon sind sie kaum noch zu halten. Sie schimpfen über den Stress, den das verkürzte Gymnasium bei ihren Kindern verursacht. Manche Väter und Mütter haben den direkten Vergleich vor Augen: Sie haben zwei Kinder, von denen das eine noch das neun Jahre dauernde, alt bewährte Abitur absolvieren, das jüngere Kind aber schon das um ein Jahr verkürzte Abi macht. Während das ältere von beiden Kindern noch im normalen Maße Freizeit hat, muss man beim Kleineren schon überlegen, ob überhaupt die eine Stunde Musikunterricht auf freiwilliger Basis – manche Kinder wollen ja ein Instrument erlernen – noch zumutbar ist. Auch für andere Interessen, von Reiten bis Schwimmen, von Karate bis Ballett, ist mit dem G8 keine Zeit mehr.

Anti Stress Programm mit 14? Überbelastung in der Schule? Sicher muss man einiges leisten, um ein gutes Abitur in der Tasche zu haben. Dennoch darf die Schule nicht zum 45 Stunden pro Woche Job verkommen.  Neben Unterrichtszeiten von morgens um 8 bis nachmittags um 17 Uhr kommen noch viele Lernstunden, Vorbereitungen und die üblichen Hausaufgaben. Bis in die Abendstunden wird gebüffelt, geschrieben und gelernt. Dennoch berichten sogar Lehrer von Gymnasien, dass die Unterrichtszeit nicht mehr ausreicht, um noch tiefer in ein Thema einzudringen. Der Lehrplan wird vorangetrieben; wer dem Stress und der vielen Arbeit nicht gewachsen ist, bleibt auf der Strecke.

Ein Anti Stress Programm für diese Kinder ist wichtig. Wenigstens einige Stunden in der Woche, zum Beispiel am Sonntag oder an einem Tag, an dem der Unterricht früher endet, muss dem eigenen Leben, muss anderen Interessen vorbehalten sein. Das motiviert, die harten acht Jahre durchzustehen und ein gutes Abitur zu schaffen. Es stellt sich die Frage, ob man Kinder wirklich so belasten und stressen muss.

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